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INFORMATIONEN ZU DEN AKTUELLEN CORONA - REGELUNGEN

Liebe Mitglieder,

für den Sportbetrieb im TSV Deuringen gelten aktuell folgende Regelungen:

INFORMATIONEN ZU DEN AKTUELLEN CORONA - REGELUNGEN

Geschichte

Der Turnhallenbau in Deuringen

Der Turnhallenbau in Deuringen

Was motivierte die Turner zu diesem finanziellen Abenteuer?

TSV Historie von Theo Kreutzmann

 

30 Männer haben am 12.Juli 1900 den TSV Deuringen gegründet. Der erste turnerische Übungsbetrieb wurde im Anwesen von Bernhard  Kallart  (Weiherkallart), heute Fritz-Reim-Straße 6 abgehalten.

Ab 1902 durfte dann die Scheune des Deuringer Hofes für turnerische Zwecke benutzt werden. Die Gaststätte war zugleich Versammlungsort und Veranstaltungs-mittelpunkt des noch jungen und kleinen Sportvereines.

Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr Turngeräte und Requisiten vom Theater- spielen (siehe Theatergeschichte) angesammelt, so dass die Platzfrage immer akuter wurde. Auch der Wirt als Besitzer des Stadels mahnt seinen Eigenbedarf immer wieder an.

Anfang der 1920er Jahre wurden die Stimmen immer mehr, nach  dem Wunsch einen eigenen Platz und der Möglichkeit ein eigenes Heim  zu errichten. Verschiedene Anfragen bei Forst und Gemeinde wegen Erwerb eines Platzes  wurden gemacht. Im Jahre 1922 bekommt der Verein vom Bezirk einen Zuschuss von 1000 Reichsmark für einen Vereinssportplatz.  Den Spielplatz für die Faustballer stellte bislang Ehrenmitglied Theodor Kreuzmann zur Verfügung.

Im Jahr 1925 konnte nach den Abrechnungen vom 25jährigen Vereinsjubiläum am 22.11. das Grundstück in der heutigen Allgäuer Str. 12 erworben werden. Im gleichen Jahr wurde auch der Bau eines neuen Schulhauses an der Ecke Kapellen/ Waldstraße in Deuringen geplant (heutige Pizzeria Posta Veccia). Der im ersten Stock vorgesehene zweite Schulsaal sollte auch als Turnsaal  dem TSV dienen. Ein am 9. März 1925 zwischen der Gemeinde und dem Turnverein abgeschlossener Vertrag diesen Saal in Eigenleistung auszubauen, wurde vom Bezirksamt mit der Begründung abgelehnt, die Schuljugend dürfe nicht vom Verein abhängig sein. Im Ablehnungsbescheid steht: Dieser sei zwar vaterländisch eingestellt, was sich aber ändern könnte, angesichts der Stärke der KPD in Deuringen.

War das der Weckruf an die Turnerfamilie , dass nun schnellstens etwas Eigenes entstehen müsste??

Vom damaligen Förster Eisenhut erhält der Verein unentgeltlich Stangen zur Einsäumung des Turnplatzes. Eine Vereinstafel wurde angebracht.

Am 04. August 1926 beschloss der Ausschuss  für den Bau einer Turnhalle einen Plan mit Kostenberechnung ausarbeiten zu lassen. Von nun an überschlugen sich die Ereignisse: Der damalige Wirt und Herbergsvater  Hintermeier hat ohne vorherige Ankündigung die Hälfte des „Turnstadels“ mit Getreide belagert,

daß ein Turnbetrieb unmöglich wurde. Der Ausschuss  beschloss am 17. August den Deuringer Hof als Vereinslokal zu verlassen.  Mit der Entfernung der Turngeräte wurde am nächsten Tag begonnen und die nächste Versammlung wurde am 28. August im Gasthof Ziegelstadel abgehalten.

Bei dieser außergewöhnlichen Mitgliederversammlung wurde sofort ein Bauausschuß für einen Turnhallenbau  zusammengesellt. Diesen bildeten Herr Lehrer Georg Böck., 1. Vorstand Adelbert Löhle, Leonhard Hölzle jun., Fitz Stocker und  Jakob Schuster. Für Maurerangelegenheiten ist Georg Igelspacher senior intermeiem HH     zuständig.

Dem Bauausschuß wurden alle Vollmachten für sämtliche Angelegenheiten zum Bau der Turnhalle übertragen.

Am 27. März 1927 wird zwischen Adelbert Löhle (Stuckateurmeister) und z. Zt. 1. Vorsitzender  des TSV und den Vereinsmitgliedern ein Vertrag wegen des Turnhallenneubaues  geschlossen. Auch wurde ein Vertrag zwischen Verein und den Mitgliedern über ihre Arbeitsleistungen und den Hypothekenschulden geschlossen.

Das sogenannte Baubuch mit Stundennachweis ist z. Zt. Leider nicht auffindbar. Aus ihm könnten mehr Einzelheiten ersehen werden-

Protokoll:

Von der am 27. März 1927 abgehaltenen Mitgliederversammlung erschienen 30 Mitglieder

Tagesordnung

Protolleintrag

I.Punkt:

Vertrag zwischen dem derzeitigen Vorstand des Turnvereins Deuringen und I.P. Herrn Adelbert Löhle; Stuckateurmeister, ferner dem Ausschuss  samt allen Mitgliedern des Vereins betreffs  Turnhallenneubau.

Der Vorstand eröffnet die Versammlung um 13.30 Uhr mit einem Gruß an die Erschienen. Weiter wies er darauf hin, dass zur Herstellung des betreffenden Turnhallenbaues  unbedingt  ein Vertrag der die Arbeitsleistung jedes einzelnen Mitgliedes sicherstellt nötig ist. Weiter enthält der Vertrag die Bürgschaft der Mitglieder über die aufzunehmenden Hypothekengelder. Der Vertrag wurde vom Vorstand vorgelesen und zur Diskussion übergeben. Einwendungen wurden keine erhoben. In der Versammlung wurden sich die Mitglieder einig, dass ein Kredit von 14tausend  Reichsmark erhoben werden sollen.

 2250 Reichsmark Hypothekenschulden, welche auf dem Grundbesitz des Vereins als Restkaufsumme lasten sollen ebenfalls damit zurückgezahlt werden. Die aufgenommene Summe wird als gesamte Hypothek eingetragen.

Es erfolgte die namentliche Unterschrift des Vertrages durch die Mitglieder. Sämtliche anwesenden Mitglieder haben den Vertrag unterschrieben.

Hölzle Johann Schriftführer

Das riesige Projekt kann nur mit Darlehen finanziert werden und zwar 15000 Reichsmark von der Stadtsparkasse Augsburg, 3000 RM von der Hasenbrauerei und 2000 RM vom Kultusministerium. Der Kassenstand des Vereins wies gerade mal 37,60 RM aus. Eine wahrlich mutige Entscheidung  dieser Leute. An der Monats-versammlung vom 29.08.1927 sagt der 1. Vorstand Löhle: Ein jedes Mitglied welches den Vertrag zum Turnhallenbau unterschrieben hat und die Arbeit verweigert, kann haftbar gemacht werden.

Leider gibt es keinen verbindlichen Termin über den Beginn der Bauarbeiten da die Aufzeichnungen im Protokollbuch sehr spärlich sind. Aus dem Eintrag am 28. Mai 27  liest man, dass der damalige 2. Vorstand Theodor Kreuzmann dem Verein einen Brunnen gestiftet hat. Ein Brunnen meistens vom „Bauherr“ selbst gegraben, war bis in die 1960er Jahre immer der Anfang jedes Gebäudes in Deuringen, denn fließendes Wasser gab es nicht. Auch unentgeltliche Transporte und Bierspenden an den Verein wurden in dieser Zeit ins Protokollbuch eingetragen. Man kann daher davon ausgehen, dass  im zeitigen Frühjahr nach dem 27.03. (Vertragsabschluss) mit dem Aushub der Kellerräume und der Bankette begonnen wurde. Die Fundamente wurden damals noch mit alten Abbruchziegelsteinen gemauert, Betonfundamente waren zu teuer. Wie man aus Erzählungen der  Älteren erfahren hat. Haben von Turnerbuben bis zu den Vereinsopas an diesem für sie so bedeutungsvollem Bau projekt alle mitgeholfen. Den „Wettlauf“ mit der Gemeinde haben die Turner aber trotzdem sehr knapp verloren. Der Schulbetrieb wurde am 26 September 1927 aufgenommen  Zu ihrer Ehrenrettung muss allerdings erwähnt werden, dass die Gemeinde mit dem Bau der Schule bereits im Jahre 1926 begonnen hat und einen gewaltigen Vorsprung hatte. Übrigens war das Baugeschäft,  welches die Schule baute, in Deuringen ansässig und hieß Albert Geiger. Die Planung machte Josef Miller senior, ein langjähriges Mitglied des TSV und auch 2. Vereinsvorstand des TSV in diesen Jahren. Bereits am 29. August 1927 wurde angekündigt, dass sobald die Arbeiten soweit fortgeschritten sind, eine Hebauffeier abgehalten wird und die nähere Umgebung eingeladen werden soll.

Dass dieses 25 m lange, 11 m breite und 2 Stockwerke hohe Gebäude in Eigen-leistung der Vereinsmitglieder  innerhalb eines Jahres errichtet werden konnte ist kaum vorstellbar. Bedingt durch die damalige Weltwirtschaftskriese hatten viele der Deuringer Turnkammeraden, überwiegend Maurer und Handwerker, ihren Arbeits-platz verloren.

So konnten sie sich jetzt täglich am Bau „ihrer Turnhalle“ beschäftigen. Eventuell hat sie der gleichzeitige Bau der neuen Deuringer Schule so beflügelt, (weil sie seinerzeit mit dem Turnsaal abgeblitzt sind) dass sie vor „Denen“ fertig sein wollten. Kämpfer waren die Deuringer Turner und Leichtathleten ja schon immer

Inzwischen wurde mit der Hasenbrauerei die Bedingungen für den Bierbezug ausge-handelt. Bereits am 1. Sonntag im November 1927 findet in der noch nach Kalk und Putz riechenden, frisch geweiselten Halle eine interne Einweihungsfeier mit Teil-nahme aller am Bau beteiligten Mitgliedern statt. Die Freude über das geleistete war bei allen riesengroß. Endlich ein eigenes Vereinsheim zu besitzen.

Zum ersten Wirtschaftsvorstand bei der Halleneröffnung wurde Lorenz Stuhler ernannt. Als Wirtschaftskassierer ist Hermann Probst eingesetzt. Als Bedienungen und Küchenhilfen Fanny Götzeler, Maria Stuhler und Veronika  Riegg im Einsatz. Die Abrechnung dieser ersten Veranstaltung in der noch unvollständigen Halle  brachte einen Reingewinn von 220 Reichsmark.alle  Hall

             

Es wurde vorgeschlagen, das ein Bild der neuen Halle in den Beilagen der neuen Augsburger Zeitung sowie in der Welt am Sonntag erscheinen soll.

Bereits am 13.11.1927 wird mit einer Hochzoller Firma ein Vertrag zur Lieferung der Saalmöbel geschlossen, welche bis zur Christbaumfeier benötigt werden. Für diese  Veranstaltung stiftet Herr Direktor Fränkel 100 RM. List Alois wird einstimmig zum ersten Zeugwart  für die Halle gewählt. Einem Mitglied der am Bau mitgewirkt hat und den Vereinsbeitrag nicht mehr zahlen konnte, wurde dieser erlassen, da  er sonst aus dem Verein hätte ausgeschlossen werden müssen               

Bei der ersten Christbaumfeier im eigenem Heim, die noch ohne ausgebaute Bühne stattfand, wurde ein Gewinn von 165 RM gemacht. Bei der am 31.12.1927 abge-haltenen Monatsversammlung wird berichtet, dass jetzt schon die Mitglieder 45, Buben 168 und Mädchen 280 Turnstunden besuchten. Die Hannoversche Muster-turnschule  im Ludwigsbau wurde ebenfalls vom Turnverein besucht.

Bei der Jahresabschlussversammlung am 31.12.1927wird die finanzielle Lage wie folgt geschildert:

Die Vereinskasse hat ein Plus von                   33,97 Reichsmark

Die Wirtschaftskasse hat ein Plus von           266,71 Reichsmark

Die Sängerkasse hat ein Plus von                     4,70 Reichsmark

Barvermögen des Vereins                              305,38 Reichsmark

Die Baukasse hatte einen Stand von      22081,62 Reichsmark

Guthaben von der Gemeinde                    1300,00 Reichsmark

Gesamtguthaben vor dem Bau                23381,62 Reichsmark

Bauausgaben 1927                                  21802,27 Reichsmark

Barbestand 31.12.1927                              1579,35 Reichsmark

An der am 6 Januar 1928 abgehaltenen Jahreshauptversammlung wird bekannt gegeben, dass von der Kreisregierung ein Zuschuss von 1000 RM und von der Bezirkskasse 150 Mark sowie die Haussammlung 329,30 RM erbracht haben. Für das Jahr 1928 sind für Zinsen der Darlehen und laufende Auslagen 1632 RM auszugeben. Mit diesem kleinen Guthaben geht im Jahr 1928 die Fertigstellung der Halle weiter. Es sind noch sehr viele Arbeiten wie z.B. Küche, Galerie, Bühne u.v.m. fertig zu machen, damit das Heim ein gemütlicher Aufenthaltsort wird.

Entgegen der Stimme des Vorstands wurde eine Schützenriege ins Leben gerufen. Es war in späteren Jahren gerade diese Abteilung, die den Verein über manche finanzielle Klippen hinweghalf.

Wer länger als 3 Monate den Vereinsbeitrag säumte, wird ausgeschlossen.

Adolf Kreuzmann bedankt sich am 28. April 1928 für die Überlassung des Saales und sein Hochzeitsgeschenkt (1. Hochzeitsfeier in der Halle).

Die offizielle Einweihung der neuen Turnhalle verbunden mit dem Gaugruppen-turnfest wird am Samstag 14. Und Sonntag 15. Juli 1928 abgehalten. Mit einem Festabend, Vorstandsbegrüßung und Musikstücken, turnerischen Vorführungen sowie einem lustigen Theaterstück wurde der Abend feierlich gestaltet, Das turnerische der Jugend wurde am Sonntag abgewickelt.

Es blieben  dem Verein ein Reingewinn von 309,47 Reichsmark.

Der beim Theater an der Christbaumfeier benötigte Christbaum wird auf Vorschlag von Oberturnwart Johann Riegg von Adolf Kreuzmann mit elektrischen Kerzen be-leuchtet, was für Deuringen damals eine kleine Sensation war.

Im Jahre 1929 wurde der Ausbau der Bühne durch den Theaterwart Georg Igelspacher vorangetrieben. 1105 Arbeitsstunden wurden von ihm und Mitgliedern geleistet.

Immer mehr Mitglieder können den Monatsbeitrag nicht mehr bezahlen und werden vom Beitragskassierer ermahnt bis spätestens 31. März 1930  ihre Auflagen zu ent-richten.

Die wirtschaftliche Not erfasste immer mehr Turnkameraden, sodass diese ihren Austritt vom Verein erklärten.

Am 26. Juli 1930 wird beschlossen, wer Unterstützungsempfänger ist, wird vom Vereinsbeitrag befreit,  es obliegt ihm jedoch die Pflicht, dies dem Turnwart zu melden.

Mit Georg Igelspacher sen. hat ein Mann seinen Austritt erklärt, der unermüdlich am Turnhallenbau mitgewirkt hat. In der am 28. August 1930 festgesetzten Monats-versammlung mit anschließender außergewöhnlicher Hauptversammlung verdunkeln sich die Wolken über der strahlend weißen Turnhalle und ihren Funktionären.

Wegen politischen alten Ansichten wurden zwei Personen vom Verein ausge-schlossen.

Vorstand Adelbert Löhle legt seinen Posten als 1. Vorsitzender nieder und wird zum Ehrenvorstand auf Antrag des Bürgermeisters Steinbach ernannt mit dem Recht auf Sitz und Stimme im Turnrat mitzuwirken.

Probst Hermann ist nun der 1. Vorsitzende des TSV. Die Fachwarte müssen teil-weise umbesetzt werden. Wegen des ungebührlichen Verhaltens von Mitglied Weihpotner haben 3 Kammeraden den Verein am 1.November 1930 verlassen.

Am 1. Januar 1931 wird beschlossen, dass jedes Mitglied 10 Pfennig Notgroschen pro Woche entrichten muss und dafür ein Notgroschenmärkchen erhält. Frauenturnwart  Ortolf ersucht die Versammlung um die Genehmigung einer Sammlung, weil die Turnerinnen bei einem Turnfest nicht alles selber bezahlen können.

Bereits am 11. Januar 1931 wird Johann Riegg neuer erster Vorstand. Die finanziellen Sorgen des Vereins werden immer größer. Am 16. Januar 1931 wird berichtet, daß der Verein von der Bausparkasse Regensburg ein Darlehen von 15000 Mark erhält, wofür von der Gemeinde 2500 Mark vorgestreckt wurden um es zu bekommen. Ein Album für Urkunden und Preise soll angeschafft werden. Ferner ein alter Kleiderkasten zur Aufbewahrung der Theatergarderobe und Requisiten.

Am 10. April 1931 wurde von den Persilwerken eine Lichtreklame in der Turnhalle abgehalten. Der Verein erhält 20 RM  für Saalmiete. Die zum 8. Oktober 1932 festgelegte Herbstfeier muss wegen Renovierungsarbeiten der Turnhalle auf den 8.November verschoben werden.

Neu in den Verein aufgenommen wurde am 31.Oktober 1931 Fritz Großmann. Die Aufnahmegebühr von 3,50 RM wurde erstmals erhoben.

Die Inflation gewinnt an Fahrt für das Turnerpicknick am 6. Januar 1932 kostet der Eintritt bereits 32 RM pro Person. Das erforderliche Holz zum Heizen  darf im Stadtwald selbst herausgemacht werden.

Eine neue Hiobsbotschaft erreichte den Verein.  Der monatliche Beitrag von 50 RM an die Bausparkasse Regensburg wird von der Gemeinde nicht mehr bezahlt.

An der am 06. Januar 1933 abgehaltenen Jahreshauptversammlung verkündet Vorstand  Riegg, dass der Verein dieses Kriesenjahr annehmbar überwunden hat und noch einen Kassenstand von 32,92 Mark ins neue Vereinsjahr retten konnte.

Bei der Neuwahl wird mit Richard Löhle ein neuer Vorstand gewählt.

Das Jahr 1933, auch das Schicksalsjahr der Deutschen genannt, wird zu einer  weiteren finanziellen Herausforderung für unseren kleinen Verein. Auf eine Anfrage wann eine Ausschüttung der Bausparkasse erfolgen werde, wird mitgeteilt, dass diese 1933 nicht und 1934 unbestimmt sei. Außerdem sind die Satzungen geändert, was für uns nicht erfreulich war.

Mit diesem kurzen Einstieg in das nun von den Nationalsozialisten beherrschte Deutschland ist die Zeitspanne des Turnhallenbaues mit den darauffolgenden Jahren und ein gutfunktionierendes Vereinsleben weitgehend geschildert.

Viele der treuen Turnkammeraden haben bedingt durch die wirtschaftliche Not die Vereinszugehörigkeit aufgegeben. Auch unseren damaligen Vereinsführern bereitete diese Entwicklung große Sorge.

In einem weiteren Kapitel möchte ich mit dem Thema

   „der TSV im dritten Reich“

etwas mehr erfahren, wie es mit unserem Verein und der Turnhallenfinanzierung weiterging.

Der TSV-Deuringen und das 3. Reich

Wie hat unser Verein diese grauenhafte Zeit überstanden?

Der Verein ist zu diesem Zeitpunkt in großen finanziellen Nöten. Als erste sportliche Veränderung im Verein ist die Einführung einer Wehrsportriege zu nennen, wofür sich 10 Mann gemeldet haben.

Unter der Führung von Bernhard Riegg wir jeden Mittwochabend um 8 Uhr zum Training angetreten.

Am 30. September 1933 wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit anschließender Hauptversammlung angesetzt.

Tagesordung: Durchführung des Führergedankens und Neuwahl des Vereinsführers

Von acht gemachten Vorschlägen haben 7 Personen abgelehnt. Als letzter hat Pfaffenzeller Johann, ein Leitershofer, mit überraschter Miene angenommen. Außer den bereits bestehenden Ausschussposten  wurde erstmals ein Dietwort mit Herrrn Lehrer Max Geiger gewählt.  Stützpunktleiter Adolf Kreuzmann befürwortet den gesamten Turnrat, welcher noch vom Kreisführer anerkannt werden muss.

Am 13. Oktober 1933 gibt der Vereinsführer bekannt, dass eine Ladung vom Kreisleiter vorliegt; betreffs Versteigerung der Turnhalle, bzw. 50, Mark Monatsraten zu bezahlen. Es wird Rücksprache mit dem Bürgermeister genommen. Vereinsführer Pfaffenzeller erfährt nach Rücksprache bei Kreisleiter Dr. Förk, dass die Bauvertrags-unterschreiber gegenüber der Sparkasse nicht haftbar sind, und die Turnhalle auch nach der Versteigerung dem Verein zur Verfügung steht.

Der Verein hat zum Ende des Jahres 1933 nur noch 58 Mitglieder.

Bei der Ausschusssitzung vom 16. Februar 1934 wird vom Vereinsführer berichtet, dass vom Bayrischen Turnerbund absolut keine finanzielle Unterstützung zu erwarten sei. Auch von privater Seite ist nicht viel zu erhoffen. Es geht alles ruhig weiter.

Am 24. März 1934 berichtet Kassierer Johann Hölzle der Versammlung, dass durch Diebstahl in seinem Hause Vereinsgelder verschwunden sind. Auch der Vereins- diener Stuhler Johann meldet, dass er 22,- RM verloren habe. Er ist bereit, diese in Raten von 2,- RM zu erstatten.

Im Diebstahl Hölzle haben die Revisoren einen Fehlbetrag von 160,- RM ermittelt. Dieser will in Form von Zigaretten und nach Verkauf seiner Kleinkalieberbüchse dem Verein den Fehlbetrag ersetzen. In der am 7. April 1934 stattgefunden außerordentlichen Monatsversammlung wurde nach heftiger Diskussion unter Anwesenheit von Kreisführer Röder festgestellt, dass dem Verein nach Begleichung der Schäden kein Nachteil entstanden sei.  Nach der Wahl des neuen Vereins- führers Riegg Johann sen. wurde die Versammlung von Kreisführer Röder mit einem 3fachen „Sieg Heil“ beendet.

Am 04. Juli 1934 wird eine außerordentliche Generalversammlung einberufen mit der Tagesordung: Verkauf der Turnhalle an die Gemeinde Deuringen

Nachdem Vereinsführer Riegg den Versammelten das Ergebnis seiner Rücksprache beim Registergericht vortrug und dessen Bedingungsschreiben zum Verkauf der Turnhalle vorlas erteilte er Bürgermeister Steinbach zu dieser Sache das Wort. Derselbe legt klar:

Wörtlich aus dem Protokollbuch:

Die Turnhalle kommt in Bälde zur Versteigerung, was vermieden werden soll. Er will die Halle in regulärer Weise für die Gemeinde erwerben. Der Vorschlag an die Stadtsparkasse 50 % , das sind 7500,-  RM zu bieten, wurde nicht angenommen. Dieselbe geht nur auf 10000,- RM ein, sowie die Hasenbrauerei auf 1000,- RM, bei Mindestabnahme von 50 Hl Bier pro Jahr. Nach dem Verkauf muss ein Vertrag zwischen Verein und Gemeinde abgeschlossen werden.

Steinbach ist sodann mit seiner mit seiner Ausführung am Ende.

Der Führer gibt dem Bürgermeister recht und will abstimmen lassen. Ehrenvorstand Adelbert Löhle meint, es muss vertraglich festgelegt sein, dass die Turnhalle jederzeit für den Verein gesichert ist, worauf die Gemeinde nicht eingeht.

Der Bürgermeister macht verschiedene  Vorschläge und erteilt dem Verein das Vorkaufsrecht. Er erwähnt auch, dass die Halle auch weiterhin in gutem Zustand bleiben muss, denn „Gemeingut ist auch unser Gut“.

Nach einer Pause und Diskussion der Sache wird über den Verkauf der Turnhalle abgestimmt. Gemäß den vorher aufgeführten Bedingungen haben alle 40 anwesen-den Mitglieder dem Verkauf zugestimmt.

Vereinsführer:                                Schriftführer:

Riegg Johann                                 Stuhler Lorenz

Der Verlust der mit soviel Herzblut von der Deuringer Turnfamilie erbauten Halle scheint an diesem Abend besiegelt zu sein.

Durch den Verkauf der Turnhalle kamen große Schwierigkeiten heraus. Deshalb wurde am 04. 08.1934 erneut eine außerordentliche Generalversammlung angesetzt. Es sind nur noch 21 Mitglieder erschienen. Aufgrund der  vom  früheren Vereins- führer Johann Pfaffenzeller durchgeführten Satzungsänderung, welche jedoch auf dem Registergericht noch nicht eingetragen war, wurde dieser nicht als Vorstand anerkannt. Er wurde aber von obiger Stelle dazu bestellt eine Generalversammlung mit Vorstandswahl durchzuführen.

Den Wahlausschuss bilden die Herren Steinbach und Nitschner die die Wahl per Stimmzettel durchführen.

Zum 1. Vorstand wird Ortolf Johann mit 11 Stimmen, zum 2. Vorstand wird Riegg Johann mit 20 Stimmen gewählt.

Beide nehmen im Zeichen künftiger Zusammenarbeit die Wahl an. Mit diesen beiden Personen sind nun wieder zwei Leute an der Spitze des Vereins, welche schon seit vielen Jahren auf verschiedenen Posten den Verein erfolgreich gestaltet haben.

Bei der Monatsversammlung am 8. Oktober 1934 macht Ehrenvorstand Löhle den neuen Vorstand darauf aufmerksam, dass er jedes Protokoll nach Verlesung eigen- händig unterschreiben müsse.

Dieser bringt in derselben Versammlung einen Bericht zum Turnhallenstand:

Der Verkauf an die Gemeinde Deuringen kommt  laut Verordnung nicht mehr in Betracht und soll folgendermaßen verhandelt werden: Die 10000.- RM Schulden bei der Stadtsparkasse sollen bei jährlicher Rückzahlung von 1000,- RM ohne Zinsen getilgt werden. Davon 600, - RM Gemeindezuschuß und 400,- RM Vereinsbeitrag. Durch den Übertrag des Bausparbriefes an die Gemeinde hat der Verein ein Guthaben von 3000,- RM welches in jährlichen Raten von 300,- RM nebst 300,- RM für Schulturnen, also 600,- RM für den Verein einbezahlt wurden.

Somit verbleibe dem Verein nach 10 Jahren die Halle schuldenfrei. Die 3000,- RM bei der Hasenbrauerei sollen in dem Sinne getilgt werden, dass uns pro Hl Bier bei gleichbleibendem Bierpreis 2,- RM abgeschrieben werden.

Diese vom Gemeinderat vorgeschlagenen Wege wurden von der der Versammlung befürwortet und müssen nun abgeschlossen werden.

Aus diesen Informationen kann entnommen  werden, dass einflussreiche Personen diese Lösung zur Rettung der Turnhalle vorbereitet haben. Von wem stammte die vom Vorstand erwähnte Verordnung, die es möglich machte, dass die Halle in Vereinsbesitz bleiben könnte? Es gibt keine Hinweise, welche  Organisation bzw. Behörde dahinter steht.

Aus mündlicher Überlieferung ist allerdings bekannt, dass der damalige 1. Bürger- meister Steinbach und einige weitere im Vereinsausschuss tätigen Leute Mitglieder der NSDAP waren und sich immer  für den Turnverein eingesetzt haben.

Waren sie es die über ihre Kontakte zur damals allmächtigen Partei diese für den Verein erfreuliche Regelung eingefädelt haben?

In den darauffolgenden Monaten gibt es keine weiteren Hinweise über die Turnhalle, nur die üblichen Berichte über sportliche und organisatorische Aktivitäten zum Vereinsleben.

Am 31.08 1935 werden erstmals Vereinsmitglieder als Rekruten verabschiedet und für ihre treuen Dienste vom Vorstand bedankt.

Bei der am 2. Februar 1936 abgehaltenen Jahreshauptversammlung legt Ortolf Johann sein Amt als  1. Vorstand nieder. Es wurde keine geeignete Person als Nachfolger gefunden.

Am 1. März 1936 wird bei einer außerordentlichen Monatsversammlung Fritz Großmann zum Vereinsführer einstimmig gewählt. Bürgermeister Steinbach beglückwünscht den Verein zur getroffenen Wahl.

Bei einer Werbeaktion im April wo man von Haus zu Haus ging, konnten 41 neue Mitglieder gewonnen werden. Aufnahmegebühr wurde keine erhoben.

Die finanziellen Nöte bei den Vereinsmitgliedern haben sich wieder verbessert, viele haben wieder Arbeit gefunden. Die noch in Kreide stehenden Personen konnten ihre restlichen Schulden von 1934 an den Verein zurückbezahlen.

Auch wird bei der Generalversammlung am 10.01. 1937 berichtet, dass die einst so rührige Schützenabteilung im Einschlafen begriffen ist.

Bei der Ausschusssitzung am 20 Februar 1937 wird festgelegt, dass die Turnhalle unbedingt hergerichtet werden muss. Fenster, Türen und Läden sind zu streichen, sowie die Wände und Fassade sind zu tünchen.

 Zum Reichsbundfest in Augsburg  sollen nur einige Teilnehmer entsandt werden, weil die Instandsetzungsarbeiten vorgehen und bis zum Sommernachtsball am  02.04.1937 fertig sein müssen.

Am 11. September 1937 berichtet Vereinsführer Großmann, dass der Verein im Aufstieg begriffen ist und finanziell gut da stehe. Die Aktivität muss wieder steigen, besonders bei der Hitlerjugend und Bund deutscher Mädchen BDM.

Weil die Zeugwarte ihren Aufgaben nicht nachgekommen sind, wurde August Gammel der Hausmeisterposten für 5,- RM im Monat übertragen.

Der derzeitige Männerturnwart Riegg Johann junior wird zum Heeresdienst einge- zogen. Seinen Posten übernimmt sein Bruder Bernhard, der vor kurzem von diesem ausgeschieden ist.

Bei der Generalversammlung am 9. Januar 1938 sagt Vereinsführer Großmann:

Wir können mit Stolz und Zufriedenheit auf das 37. Vereinsjahr zurückblicken. Die finanzielle Lage des Vereins hat sich stabilisiert. Die sportlichen Aktivitäten haben sich normalisiert und das Vereinsleben kommt langsam zur alten Gemeinsamkeit und Stärke zurück.

Auch die Schützenriege, die einige Jahre nicht mehr bestand, wird wieder ins Leben gerufen und von Fritz Löhle geleitet.

Aus diesen Schilderungen ist zu entnehmen, dass sich Verein und Mitglieder von den gravierenden Folgen der seinerzeitigen Weltwirtschaftskrise wieder erholt haben und die Menschen zur ehemaligen Geselligkeit zurück  fanden.

Diese Jahre währten jedoch nicht allzu lange, denn mit Ausbruch des 2. Weltkrieges am  01. September 1939 wurden auch viele Deuringer Turnkammeraden zur Wehrmacht eingezogen. Von den Vereinsmitgliedern wurden Zigaretten, Schnaps und Leckerle gesammelt und mit Feldpost unseren Kammeraden geschickt.

Auf Anordnung der Reichsführung musste der TSV umbenannt werden:

Ab dem 13.04.1940 trägt er den Namen Turn- und Sportgemeinschaft Deuringen.

Im Spätherbst 1942 trifft die traurige Nachricht ein, dass die Turnkammeraden Josef Köstner und Paul Grötchen gefallen sind.

Eine Heldengedenkfeier wurde daher am 23.01.1943 abgehalten. Die Niederschriften im Protokoll werden immer spärlicher und die Vereinsaktivitäten weniger.

Die Schulden vom Turnhallenbau sind jetzt restlos zurückbezahlt.

Immer mehr Turnkammeraden wurden zum Heer eingezogen und die Gefallenen-meldungen häuften sich.

Am 19. März 1944 wurde eine Jahresabschlussversammlung abgehalten. Es war die letzte, die während des Krieges noch stattfand. Den Eintrag ins Protokollbuch machte Mangels eines Schriftführers Vereinsführer Fritz Großmann eigenhändig. Seine Schlussworte waren:

„Wir sind bereit auch in diesem Jahr dem Verein unsere Arbeit zu leisten. Wenn auch die Voraussetzungen sehr schwer sind, wir müssten nicht Deuringer Turner sein, um sie zu meistern. Kampf sind wir gewöhnt, Kampf mach uns hart und stolz. Willensstarke Menschen zu erziehen, das ist unser Ziel“.

So sprach Großmann zum Schluss zu den Anwesenden und grüßte dann mit ihnen unseren Führer, unsere Kammeraden und alle die, für die Heimat im Kampfe stehen.

Mit diesen Worten endete die Niederschrift über das Vereinsgeschehen des TSV Deuringen im 3. Reich.

Aus mündlichen Überlieferungen ist bekannt, dass die Turnhalle ab dieser Zeit vom Militär beschlagnahmt wurde und zur Einlagerung und Vorratshaltung von Küchen- utensilien und Wehrmachtsartikeln diente.

Nach Kriegsende wurde die Turnhalle von den Dorfbewohnern geplündert und alles mitgenommen was nicht Niet- und Nagelfest war entwendet.  Auch Vereinseigentum blieb vor ihnen nicht verschont. Kurzum die Halle war nach Beendigung des  Krieges in einem erbärmlichen Zustand. Zu den materiellen Schäden an unserer Halle ist noch zu erwähnen, dass insgesamt 31 Turnkameraden in diesem unsinnigen Krieg ihr Leben verloren haben. Mit ihnen ist dem Verein ein großer Teil seiner jungen aktiven Sportlern verloren gegangen.

 

 

 

Geschichte

Die Vereinschronik des TSV Deuringen

 

Die Jahre 1900 bis 1910historie_00

Vor über 100 Jahren, am 12. Juli 1900 wurde der TSV Deuringen offiziell ins Leben gerufen.
30 Freunde des Turngedankens gründeten den Verein dessen erste Leitung sich wie folgt zusammensetzte:


1. Vorstand
Andreas Kallart
2. Vorstand
Fabian Kreissing
Turnwart:
Anton Stocker
Schriftführer:
Adalbert Löhle
Kassenwart:
Rudolf Kallart
Zeugwart:
Ludwig Geiger


historie_02Die ersten Jahre des Bestehens war das ganze Bestreben darauf ausgerichtet, den Verein aufzubauen. Der erste turnerische Übungsbetrieb fand im Anwesen von Bernhard Kallart statt, ab 1902 konnte dann die Scheune der hiesigen Gastwirtschaft benützt werden. Im Jahre 1901 konnten die ersten Turngeräte angeschafft werden. Noch im selben Jahr wurden neben turnerischen Übungsstunden auch die ersten gesellschaftlichen Veranstaltungen abgehalten. Diese Tradition hat der TSV bis heute mit viel Erfolg fortgesetzt und sich damit zu einem festen Bestandteil der örtlichen Kulturlandschaft gemacht. Insbesondere das Theaterspiel machte den jungen Verein zusätzlich zu dessen turnerischen Erfolgen bekannt und verschaffte ihm allmählich Geltung.


historie_01 1907 ermöglichte die große Opferwilligkeit der gesamten Deuringer Einwohnerschaft die Anschaffung einer Vereinsstandarte, welche in Verbindung mit einem Turnfest geweiht wurde. Diese Standarte leistet auch heute noch, 93 Jahre danach, treue Dienste und wurde erst kürzlich von Grund auf renoviert.

Durch die allgemeine Einführung des Schulturnens 1908 fand die Turnsache im Geiste Jahn´s auf breiter Ebene anklang. Damit war die Voraussetzung geschaffen, Freunde für den Turnverein schon in jungen Jahren zu gewinnen. Als Neuerung kam die Einführung des Fausballspieles als neues Angebot für die Mitglieder hinzu. Den Spielplatz hierfür stellte das Ehrenmitglied Theodor Kreuzmann zur Verfügung.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu immer besseren Leistungen war der Turnlehrerkurs, welcher 1910 von Josef Reim besucht wurde. Er nahm vertraglich verpflichtet an diesem Kurs teil. Einerseits wurde er selbst dadurch aus- und weitergebildet, andererseits hatte er die erworbenen Kenntnisse an die Mitglieder weiterzugeben.

historie_03Heute ist die Ausbildung unserer Fachwarte und Betreuer zu Vorturnen und Übungsleitern nach den Richtlinien der Dachverbände selbstverständlicher Standard eines qualifizierten Übungsbetriebes geworden. Der Grundstein hierzu wurde vor 90 Jahren gesetzt.

Ein besonderes Ereignis dieses Jahres war das 10-jährige Gründungsfest mit Wett-Turnen, Faustball sowie einem Gartenkonzert. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein 51 Mitglieder und 10 Jugendliche.

 

 

Die Jahre 1911 bis 1920historie_04

Die Deuringer Turner konnten bisher schon beachtliche Erfolge erzielen. Ein erster besonderer Erfolg war im Jahre 1913 der 2. Preis der Riege der Jugendlichen beim Gau-Turnfest mit Pius Götzeler, Johann Hölzle, Adolf Kreuzmann, Josef Schuster, Josef Riegg und Karl Riegg.

Der Erste Weltkrieg 1914 war natürlich auch für den bis dahin stetig wachsenden Verein auch ein schicksalhaftes Ereignis. Die Bücher wiesen nun hauptsächlich Ausgaben für Pakete an Soldaten aus. Die größte Zahl der Mitglieder hatte Wehrdienst zu leisten. 8 von ihnen kehrten nie wieder in den Kreis ihrer Turnkameraden und die Dorfgemeinschaft zurück.

1918 wurde auch im Verein wieder mit der Aufbauarbeit begonnen. Wieder mühsam von vorne beginnend entwickelte der Verein wieder rasch. Dies sicherlich zu einem großen Teil dem damaligen Vorstand Leonhard Hölzle und seinen tüchtigen Mitarbeitern Johann Ortolf, Johann Riegg sen., Josef Miller und Lorenz Stuhler sen. zu danken.

1920 kam es zur Gründung der ersten Frauen-Riege. Die Aufstellung einer Sängerriege ermöglichte, Veranstaltungen des Vereines noch festlicher zu umrahmen.

 


 

Die Jahre 1921 bis 1930historie_05

Für einen am Waldrand gelegenen Verein Sportverein lag nichts näher, als den Waldlauf als zusätzliche Disziplin ins Angebot mit aufzunehmen. Es war Hermann Probst, der den Waldlauf in Deuringen etablierte und als erster Starter des Turnvereines Deuringen selbst bei vielen Läufen siegreich teilnahm.

Die einsetzende Inflation machte sich auch in den Zahlen der Vereinsgeldgeschäfte deutlich bemerkbar. So kostete der monatliche Mitgliederbeitrag 100 Mark (zum Vergleich: heute zahlt ein erwachsenes Mitglied 6,50 DM monatlich). Die Kassenberichte wurden nicht mehr wie üblich jährlich sondern bei jeder Versammlung vorgestellt.

1923 erreichte der monatliche Beitrag nunmehr eine Höhe von 500 Mark. Der Kassenbestand zum Jahresende war wie folgt ausgewiesen: 1.513.579.125.639.850,-

Am 08. Juli 1924 wurde der Turnverein Deuringen beim Amtsgericht Augsburg eingetragen.
Beim schwäbisch-bayerischen Bezirksturnfest 1925 in Dornbirn errang unsere Musterriege unter der Leitung von Johann Riegg sen. einen nennenswerten 2. Preis. Seit Gründung des Vereines waren nunmehr 25 Jahre vergangen. Dies gab Anlass, das Jubiläum zusammen mit dem Gau-Turnfest zu begehen. Viele Vereine beteiligten sich damals an den Wettkämpfen, die im Garten der Gastwirtschaft abgehalten wurden. Zu diesem Zeitpunkt gehörtem den Verein bereits 120 Mitglieder an. Noch im selben Jahr wurde der Kauf des Grundstückes abgeschlossen.

 

1926: Die Scheune der Gastwirtschaft, in welcher bisher die Turnübungen abgehalten worden waren wurde vom Besitzer nun wieder zum Einlagern von Getreide benötigt. Der Verein wagte sich nun an das bis heute sicherlich größte Unternehmen seiner Geschichte – den Bau einer vereinseigenen Halle. Mit verschwindend geringen Eigenmitteln von nur 57,60 Mark gingen der damalige Vorsitzende Adalbert Löhle und seine Mitarbeiter (Lehrer Böck, Leonhard Hölzle, Fritz Stocker und Jakob Schuster) in den Bauausschuss.


Zur Finanzierung wurden Darlehen aufgenommen: Stadtsparkasse 15.000,--, Kultusministerium 2.000,-- und von der Hasenbrauerei 3.000,-- Reichsmark. Diese Darlehen waren einzig und alleine durch die private Bürgschaft von Vereinsmitgliedern gesichert. Sie alle hatten einen Vertrag unterschrieben, demzufolge sie ihre Arbeitskraft für den Turnhallenbau zur Verfügung stellten und darüber hinaus mit ihrem Besitz für die Abgeltung der Darlehen hafteten. 1927 konnte die Turnhalle dann in Betrieb genommen werden. Der aus dem gleichzeitig begonnenen Wirtschaftsbetrieb erzielte Gewinn sollte der Tilgung der Schulden herangezogen werden. Die eigentliche Einweihung der Deuringer Turnhalle fand dann am 15. Juli 1928 in Verbindung mit dem Gaugruppen-Turnfest statt.

 

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Der Turnhallenbau in Deuringen

Was motivierte die Turner zu diesem finanziellen Abenteuer?

TSV Historie von Theo Kreutzmann

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1928 wurde auch eine Schützen-Riege gegründet. Die Schützenmeister Paul Nitschner und Adolf Kreuzmann sen. organisierten des öfteren zünftige Preisschießen, welche innerhalb des Vereines ausgetragen wurden und regen Zuspruch fanden. Im Rahmen der Weihnachtsfeier, welche bisher schon alljährlich stattgefunden hatte, war erstmals eine Kinderbescherung integriert worden. Dieser Brauch wird bis heute erhalten. Im Jahre 1929 wurde die Bühne der Halle ausgebaut, auf welcher bis heute zahlreiche und oft unvergessene Aufführungen stattgefunden haben.

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Photo:
Fahnenumzug des TSV 1925,
wahrscheinlich anläßlich des
25jährigen Gründungsjubiläums.


Quelle: www.stadtbergen-im-bild.de (Bild Walter)

 

Die Jahre 1931 bis 1940

Die wirtschaftliche Not des ganzen Volkes wirkte sich natürlich auch auf die Finanzkraft des Vereines aus. Es traten Schwierigkeiten bei der Zahlung von Zins und Darlehen für den Hallenbau auf. Die Gemeindeverwaltung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Steinbach streckte vorerst einmal das nötige Geld vor. Doch ab 1932 sah sich auch der Gemeinderat außerstande, weiterhin für den Turnverein Geld aufzubringen – die gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse hatten sich weiterhin verschlechtert. Eine ganze Reihe von Mitgliedern konnte sich auch den ohnehin geringen Mitgliederbeitrag nicht mehr leisten und erklärte ihren Austritt.

historie_061933 drückte der Gang der Zeit dem Verein immer wieder seinen Stempel auf, so entstand auch im Deuringer Turnverein eine Wehrsport-Riege. Die Stadtsparkasse mahnte mittlerweile die Rückzahlung des Darlehens nachdrücklich an. Da die private Haftung der Mitglieder nicht in Anspruch genommen werden wollte, wurde auch mit dem Gedanken gespielt, die Turnhalle zu verkaufen, denn auch aus den Einkünften des Wirtschaftsbetriebes konnte kein Gewinn zur Schuldendeckung mehr erzielt werden.
1934 schien der Verkauf der unter so viel Mühen und Opfern gebauten Turnhalle dann bittere Wirklichkeit zu werden – immerhin war jedoch geplant, dem Verein ein bevorzugtes Rückkaufrecht einzuräumen. Jedoch schon ein paar Monate später war die Gefahr gebannt. Besonders durch den tatkräftigen Einsatz des Bürgermeisters Steinbach war eine Zahlungsregelung erreicht worden, so dass die Turnhalle ungeschmälert in Vereinsbesitz bleiben konnte.
Die sportlichen Erfolge dieser Zeit hingegen waren sehr groß. Vor allem die Waldläufer machten von sich reden. In den Jahren 1929 bis 1935 belegten sie bei Gau-, Bezirks- und sogar Süddeutschen Meisterschaften stets vordere Ränge. Als Einzelsieger sind hier zu nennen: Anton Löhle, Oskar Löhle, Josef Brutscher, Josef Köhle und Josef Wörle. Auch die Turner und Leichtathleten waren in diesem Zeitraum sehr erfolgreich. Beim Musterriege-Turnen sowie bei den Wimpelwettstreiten ragten als Einzelsieger heraus: Bernhard Riegg, Johann Reim, Johann Riegg, Richard Riegg, Ottmar Grau, Käthe Hölzle, Agnes Wagner und Anni Reim.
1938 entsandte der Turnverein Deuringen unter dem damaligen Vorsitz von Fritz Großmann erstmals Teilnehmer zum Deutschen Turnfest in Breslau. Auch 1939 war der Verein wieder bei einem Turnfest vertreten – beim Bayerischen Landesturnfest in Schweinfurt erhielten von sieben Musterriegen aus ganz Bayern lediglich zwei die Note "hervorragend". Eine davon war die von Bernhard Riegg geführte Riege des Turnvereins Deuringen. Die Tradition der erfolgreichen Waldläufer wurde in dieser Zeit von Georg Hurler, Josef Grabmann, Josef Miller und Georg Kallart fortgesetzt, die wiederholt bei Wettkämpfen ganz oben auf dem Treppchen standen.
Die wiedergewonnene Stabilität des Vereines wurde erneut von den Schrecken des Krieges zerrüttet. Der Zweite Weltkrieg holte die meisten Mitglieder an die Front – wieder schickte der Verein Feldpost-Päckchen.

 

Die Kriegsjahre

Letztlich konnten überhaupt keine Turnstunden mehr abgehalten werden. Ab 1943 wurde die Turnhalle gar zur Einlagerung von Kriegsmaterial beansprucht. Beinahe paradox liest sich hier die Tatsache, dass gerade zu diesem Zeitpunkt die Halle restlos abgezahlt war, und der Verein von der drückenden Sorge um die Schuldenlast befreit gewesen wäre. Nach Kriegsende standen Verwüstung und Leid unvorstellbaren Ausmaßes am Beginn des Friedens. Von den einst ins Feld gezogenen Turnkameraden kehrten 31 nie mehr zurück, das Kampfgeschehen hatte sie im blühenden Lebensalter dahingerafft.
Die Turnhalle diente damals heimatvertriebenen Landsleuten als erstes Notquartier.

 

 

Der Turnhallenbau in Deuringen
Was motivierte die Turner zu diesem finanziellen Abenteuer?

Ein Teil der TSV Historie geschrieben von Theo Kreutzmann
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